Was ist ein Umweltbahnhof?
Ein Bahnhof, an dem Züge halten und Menschen aus- und einsteigen, ist grundsätzlich ein Beitrag für den Umweltschutz. In Dannenwalde ist das besonders augenfällig und gut darstellbar, weil ein paar Meter weiter die oft verstopfte Bundesstraße B 96 entlangführt. Der Begriff "Umweltbahnhof" ist keine kuriose Idee, sondern ein bundesweit verwendeter Arbeitstitel für einen Bahnhof, der im Sinne des Umweltschutzes mehr ist als ein Halt und an dem weitere Ansprüche gestellt werden. Die Kriterien dafür wurden im Rahmen des Projektes „Umweltbahnhof Rheinland-Pfalz“ erstmals formuliert. Am Bahnhof Dannenwalde (Gransee) werden sie noch nicht alle erfüllt, sind aber weiterhin Ziele des Vereins Umweltbahnhof Dannenwalde UBD e.V.:
Zum anderen geht es um die innere Verknüpfung. Gemeint sind damit die Bedingungen des Ein- und Aussteigens, die Aufenthaltsqualität und mögliche Beratungsangebote. Auch hier hat sich einiges getan. Beide Bahnsteige wurden in angemessener Breite neu gebaut, der Einstieg ist auf beiden Seiten ohne Absatz und damit barrierefrei möglich, es wurden Unterstellmöglichkeiten eingerichtet und es gibt Aushänge, digitale Anzeigen und Durchsagen. Der Verein Umweltbahnhof Dannenwalde UBD e.V. hat am Ausgang eine ausführliche Informationstafel über das direkte Bahnhofsumfeld aufgestellt. Es gibt allerdings nach wie vor keine Fahrscheinautomaten und damit verbunden mitunter Unsicherheiten der Fahrgäste.
Nähere Informationen über den Begriff „Umwelt-Bahnhof“ wurden bereits in einem Vortrag bei der Gründungsversammlung des Vereins Umweltbahnhof Dannenwalde UBD e.V. vorgetragen. Unter Ist nicht jeder Bahnhof ein Umweltbahnhof? finden Sie auch Quellenangaben zu diesem Thema.
Laufpark-Strecken mit sauberer Luft!
Der 2005 eröffnete Laufpark Stechlin bietet im Norden Brandenburgs mehr als 500 Kilometer bestens ausgeschilderte Laufstrecken. Sie sind geeignet für das Laufen, Walken, Nordic-Walking etc. und auf Strecken mit weichen Böden bedingt auch für das Wandern. Auf andere Strecken mit entsprechend härteren Böden finden hier auch Rollis, Skater, Montainbiker etc. gute Trainigsbedingungen. Der Laufpark ist derzeit in 16 Waben als Rundkurse eingeteilt und innerhalb der Waben befinden sich bis zu sieben Einzelstrecken ebenfalls als Rundkurse.
Von den mehr als 70 Einzelstrecken tangieren immerhin sechs die Gemeinde
Dannenwalde. Die Wabe grün/Strecken 1 und 2 starten am „Herrenhaus“ in Dannenwalde, die Strecke 1 ist identisch mit dem Wanderweg „Rund um den Kleinen Wentowsee“ und die Strecke 2 führt über Gramzow und Buchholz zurück zum Wanderweg nördlich vom Kleinen Wentowsee.
Auf der östlichen Seite befindet sich die Wabe violett/Strecken 2 und 4, die Strecke 4 umrundet den Großen Wentowsee und die Strecke 2 verläuft über Boltenhof, Barsdorf, Neutornow und führt dann in Ringsleben auf den Wanderweg nördlich des Großen Wentowsees.
Einen Link zur interaktiven Karte finden Sie unter https://www.laufparkstechlin.de.
Der Laufpark wird betreut vom Verein Stechlin e.V. (www.laufpark-stechlin.de). Leider ist das Konzept derzeit noch sehr stark auf die Auto-An- und Abreise fokussiert. Wer die Strecken mit dem Start „Herrenhaus“ Dannenwalde wählen möchte, findet unter Anreise Bahn die Verbindung zum Bahnhof Gransee. Der gewünschte Startpunkt liegt dann etwa 14 Kilometer Fußweg nördlich, wogegen sich der Bahnhof Dannenwalde (Gransee) nur wenige Schritte westlich befindet.
Auf der Internetplattform wird der Bahnhof Dannenwalde (Gransee) überhaupt nicht als Anreise-Bahnhof erwähnt, obwohl er auf der Karte eingetragen ist. Der Laufpark Stechlin ist so kleinteilig angelegt, dass eine nachhaltige Erreichbarkeit der Startpunkte der Strecken nur recht selten möglich ist. Deshalb wäre es angemessen, wenigstens alle Bahn-Erreichbarkeiten herauszustellen.
Kriterien für Wanderbahnhöfe in Brandenburg:
Die folgenden Kriterien wurden zwar für das Weitwanderwegenetz im Land Brandenburg erarbeitet, aber modellhaft mit Verantwortlichen und Interessierten in der nördlichen Region intensiver abgestimmt:
- Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln sollte für eine Tageswanderung nicht länger als 2 Stunden, bei einer Zweitagewanderung nicht länger als 4 Stunden dauern.
- Eine Vertaktung der Abfahrzeiten ist nicht nur im Berufsverkehr, sondern auch im Freizeitverkehr wichtig: Ein 2-Stunden-Takt kann in Verbindung mit einem attraktiven Haltestellenumfeld (Gaststätte / Spiel- und Liegewiese) noch als akzeptabel angesehen werden.
- Am günstigsten ist es, wenn für die Rückfahrt ein dichterer Takt angeboten wird, da man im Gegensatz zur Anreise das Ende einer Wanderung zeitlich nicht so genau vorhersagen kann.
- Für Tages- und z.B. Wochenend-Wanderungen liegt für viele Städter die günstigste Abfahrzeit zwischen 8 und 11 Uhr, für Nachmittagswanderungen etwa bei 13 Uhr.
- Nach der Rückfahrt sollte die Ankunft im Ausgangsbahnhof für Familien mit kleinen Kindern oder im Winter nicht deutlich später als 18 Uhr, im Sommer für erwachsene Wanderer zumindest bis etwa 21 Uhr möglich sein. Allerdings ist es für Wanderer sehr attraktiv, wenn sie im Anschluss an eine Wanderung einkehren und z.B. zu Abend essen können, ehe sie die Heimfahrt antreten.
- Ein Wanderweg für Tagesausflüge sollte von der Haustür aus mit maximal zwei gesicherten Umsteigevorgängen, vom Ortsbahnhof aus mit maximal einem Umsteigevorgang erreichbar sein.Von diesen sechs Kriterien wird am Bahnhof Dannenwalde lediglich die Empfehlung nicht eingehalten, dass für die Rückfahrt eine dichtere Zugfolge als die von 2 Stunden angeboten werden sollte. Der Verein Umweltbahnhof Dannenwalde UBD e.V. setzt sich auch deshalb für einen Ein-Stunden-Takt auch an diesem Bahnhof ein.
Verwendete Quellen:
FUSS e.V. (Hrsg.): Empfehlungen für Wanderwege im Flach- und Mittelland", Berlin 2001
FUSS e.V. (Hrsg.): Ein Ausgeh - Modell. Verknüpfung des Weitwanderwegnetzes mit dem Netz des öffentlichen Personennahverkehrs ÖPNV im Großraum Brandenburg - Berlin, gefördert durch das Umweltbundesamt UBA und das Bundesumweltministerium BMU, Berlin 2003
© Umweltbahnhof Dannenwalde UBD e.V. Stand: April 2021
Nachhaltig wandern von Bahnhof zu Bahnhof!
Der Bahnhof Dannenwalde ist außerordentlich attraktiv als Ausgangs- oder Endpunkt einer Wanderung: Die für Wanderer begehrte Landschaft beginnt oder endet praktisch direkt am Bahnhof, d.h. es sind keine lästigen Ausfallstraßen zu gehen, keine Wege durch hässliche Stadtränder mit Industrie und Müll. Er ist auch der erste „Wander-Bahnhof“ (siehe Wanderbahnhof-Kriterien) in Brandenburg und das kam so:
Der Fachverband Fußverkehr Deutschland FUSS e.V. hat die Vorgabe des Europäischen Wanderverbands aufgegriffen, den Europäischen Fernwanderweg E10 von Sierra Nevada an Spaniens Südküste nach Nuorgam im Norden Finnlands im Abschnitt nördlich von Berlin in einer West- und einer Ost-Route zu führen. Gemeinsam mit dem Tourismusverband Ruppiner Seenland e.V. wurde aus den Korridoren eine konkrete Wegeführung erarbeitet, bei der möglichst viele Bahnhöfe an der Strecke eingebunden wurden, so auch der Bahnhof Dannenwalde (Gransee). Zusätzlich wurden die beiden Routen als Rundwanderweg Ruppiner Land miteinander verbunden. Die Wege wurden wie geplant markiert (weiß/blau/weiß) und in Karten aufgenommen.
Im Bahnhof Dannenwalde entstand damit zusammenhängend die Idee, das gesamte Hauptwanderwegenetz Brandenburgs mit einer Länge von 1300 Kilometern mit derzeit 78 Wander-Etappen an „Wander-Bahnhöfe“ anzuschließen. Ein bundesweit einmaliges und erfolgreiches Service-Angebot mit heute etwa 100 Haltepunkten, das auch vom oder zum Bahnhof Dannenwalde (Gransee) zunehmend angenommen wird. Bei einer Untersuchung der Erreichbarkeit des gesamten Weitwanderwegenetzes der Bundesländer Berlin und Brandenburg (Europäische Fernwanderwege E 10, E 11, 66-See-Wanderweg, Ruppiner-Land-Rundwanderweg) aus dem Jahre 2003 schnitten die beiden Wanderetappen Fürstenberg-Dannenwalde und Dannenwalde-Zehdenick hervorragend ab.
Aufgrund von Waldwirtschaftsmaßnahmen ist allerdings die Markierung am Dorfausgang Dannenwalde vom Abzweig Radweg in Richtung Bredereiche nicht mehr gut zu erkennen, die Karten sind aber korrekt. Der Verein Umweltbahnhof Dannenwalde UBD e.V. bemüht sich derzeit um eine Verbesserung der Markierung. Weitere Informationen unter: www.wander-bahnhoefe-brandenburg.de oder www.abgefahren-losgewandert.de.
Darüber hinaus gibt es den 12 Kilometer langen "Rundweg um den Kleinen Wentowsee" (weiß/gelb/weiß-Markierung). Er wurde in den Jahren 1996/97 durch ABM-Kräfte von ÖKOSOLAR e.V. neu angelegt wurde und stand von Anfang an mit den Aktivitäten zum Erhalt des Bahnhofes Dannenwalde in enger Verbindung. Er war ein Musterbeispiel aktiver Nutzung ehemals militärischer Liegenschaften für zivile Zwecke Der landschaftlich sehr reizvolle und abwechslungsreiche Wanderweg ist geeignet für eine geruhsame Tageswanderung, muss aber an einigen Stellen deutlicher markiert und gepflegt werden. Sie finden hier eine Übersichtskarte (pdf).
Noch eine Besonderheit des Bahnhofes Dannenwalde: Hier entstand 1998 die dann weiterentwickelte und von anderen kopierte Projektidee:
wandern+wundern © FUSS e.V.
Eine "Hilfestellung zum Wundern beim Wandern" für Kleingruppen, Schulklassen und für alle, die sich gerne auch mal wundern, haben der FUSS e.V. und ÖKOSOLAR e.V. in Dannenwalde mit Förderung durch die Umweltstiftung WWF-Deutschland erarbeitet. Für Exkursionen oder einen Schul-Wandertag, an dem mal wieder tatsächlich gewandert werden soll, gibt es für den "Rundwanderweg um den Kleinen Wentowsee" Lückenpläne, Orientierungspläne, Kompasse und diverse Bestimmungs- und Naturkundebücher in der "Bahnhofs-Stube" des Bahnhofes Dannenwalde, wo die Wanderung beginnt und endet.
Wenn Sie unsere Aktivitäten bezüglich der Förderung der Bedingungen für das Wandern in dieser Region unterstützen möchten, nehmen Sie bitte mit dem Verein UBD e.V. Kontakt auf.
Großartige Radwege-Vernetzung im Norden Brandenburgs!
Der Fachverband Fußverkehr Deutschland FUSS e.V. und der Verein Umweltbahnhof Dannenwalde UBD e.V. haben sich vehement dafür eingesetzt, dass mit dem Internationalen Fernradweg Berlin-Kopenhagen in Brandenburg möglichst zahlreiche Bahnhöfe angeschlossen werden, um Etappenradeln mit Bahn-Rückfahrten zu ermöglichen. Damit sollte Familien-Radeln und auch die Radnutzung in der Region gefördert werden. Diese Bemühungen waren erfolgreich und so wurde auch der Bahnhof Dannenwalde (Gransee) über den Fernradweg erreichbar. Bei der damaligen Umsetzung konnten bereits beantragte Gelder nicht gänzlich verbaut werden, deshalb ließen sich Zuwegungen einbeziehen. So entstand die Querverbindung Zernikow zum Abzweig B96-Seilershof als Polzow-Radweg und damit auch eine weitere attraktive Radwegeverbindung zum Bahnhof Dannenwalde.
Heute ist der Radfernweg Berlin-Kopenhagen Teil der Deutschland-Route 11 von Oberbayern zur Ostsee und der Europa Velo-Route 7 von Malta zum Nordkap und in diesem Abschnitt gleichzeitig der Havel-Radweg, der Radfernweg Königin-Luise-Route von Altlüdersdorf nach Bredereiche, die Route REGiO-Nord, der Seen-Kultur-Radweg und die lokale Radroute Fürstenberg 4. Der Polzow-Radweg wurde in den Radfernweg Historischer Stadtkern 2 und in die lokalen Radrouten Gransee 5 und 6 eingebunden. Nur wenige Meter vom Bahnhof entfernt befindet sich der Kreuzungspunkt 29 im System „Radeln nach Zahlen“ im Ruppiner Seenland mit der direkten Anbindung von Zernikow im Westen, Bredereiche im Norden, Wentow im Osten und Gransee im Süden. Damit ist vom Bahnhof Dannenwalde (Gransee) aus der Nordwesten Brandenburgs erreichbar, von Pritzwalk im Westen bis Templin im Osten und von Fürstenberg im Norden bis Berlin im Süden. Die Radwegeverbindungs-Lücke (pdf) von Dannenwalde/Seilershof nach Gransee wurde leider bisher trotz der intensiven Bemühungen des Vereins Umweltbahnhof Dannenwalde UBD e.V. und des Ortsbeirates Seilershof nur provisorisch und für das Radeln unattraktiv geschlossen.
Der Anteil der Bahnreisenden mit einem Fahrrad im RE5 Berlin-Rostock und auch zum oder vom Bahnhof Dannenwalde hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Die Deutsche Bundesbahn hat in den letzten Jahren im Sommerfahrplan einen zusätzlichen Fahrrad-Waggon eingesetzt und dennoch kam es immer wieder zu Engpässen und der Verein wünscht sich endlich auch an diesem Bahnhof einen Ein-Stunden-Takt. Aufgrund der Zunahme auch der Fahrrad-Pendler haben sich der Verein Umweltbahnhof Dannenwalde UBD e.V. und der Ortsbeirat Dannenwalde bisher leider vergeblich um die Einrichtung einer überdachten Fahrradabstellanlage bemüht.
Darüber hinaus haben die Vereine Umweltbahnhof Dannenwalde UBD e.V. und der FUSS e.V.-Brandenburg im Jahr 2020 auf die sehr gefährliche Querungssituation über die Bundesstraße B96 am Abzweig Seilershof nur wenige Meter südlich des Bahnhofes aufmerksam gemacht und dazu eine Expertise (pdf) erstellt. Dieses Anliegen wurde unterstützt vom Ortsbeirat Seilershof, den Stadtverordneten von Gransee, dem Amt Gransee und Gemeinden sowie von Kreistagsabgeordneten. Die zuständige Verwaltung des Landkreises Oberhavel hat für 2021 eine deutliche Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h auf der Bundesstraße und weitere Sicherungsmaßnahmen erreicht, siehe Pressemitteilung „Tempo 50 auf der B96 bei Seilershof“ (pdf)..
Wenn Sie unsere Aktivitäten bezüglich der Förderung der Bedingungen für den Radverkehr unterstützen möchten, nehmen Sie bitte mit dem Verein UBD e.V. Kontakt auf.


Die Außenhaut des 1877 in Betrieb genommenen Bahnhofs Dannenwalde (Gransee) ist in die Jahre gekommen. 